KI-Richtlinien & AI Act
Verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz bei Synatix
Version 1.0 · März 2026 · Dauer: ca. 15 Minuten
Was ist KI?
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Systeme, die Aufgaben ausführen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern - wie Sprachverarbeitung, Mustererkennung oder Entscheidungsfindung.
Wichtiger Unterschied: Narrow AI (schwache KI) löst spezifische Aufgaben wie Texterkennung oder Sprachassistenz. Generative AI erzeugt neue Inhalte wie Texte, Bilder oder Code auf Basis gelernter Muster.
KI bei Synatix
So nutzen wir Künstliche Intelligenz in unserem Arbeitsalltag:
- ChatGPT / Claude - Textgenerierung, Recherche, Zusammenfassungen
- GitHub Copilot - KI-gestützte Code-Vervollständigung und -Optimierung
- AI-gestützte Analyse-Tools - Datenauswertung und Reporting
- Automatisierte Prozesse - Workflows und wiederkehrende Aufgaben
Chancen & Risiken von KI
KI bietet enormes Potenzial - birgt aber auch Gefahren, die wir kennen und managen müssen.
Chancen
- Effizienzsteigerung bei Routineaufgaben
- Kreativitätsboost für Inhalte und Ideen
- Automatisierung repetitiver Prozesse
- Besseres Wissensmanagement
Risiken
- Halluzinationen - KI erfindet Fakten
- Datenschutzverletzungen
- Bias und Diskriminierung
- Übermäßige Abhängigkeit
EU AI Act
Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende KI-Verordnung. Seit August 2024 in Kraft, regelt sie den Einsatz von KI-Systemen in der Europäischen Union.
Der Ansatz ist risikobasiert: Je höher das Risiko eines KI-Systems, desto strenger die Anforderungen.
Ziel: KI sicher, transparent und menschenzentriert gestalten - bei gleichzeitiger Förderung von Innovation.
Verbotene KI-Praktiken
Der EU AI Act verbietet KI-Systeme mit unannehmbarem Risiko vollständig:
- Social Scoring - Bewertung von Personen anhand ihres Sozialverhaltens
- Biometrische Massenüberwachung - Echtzeit-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum
- Manipulation verwundbarer Gruppen - Ausnutzung von Alter, Behinderung oder sozialer Lage
- Emotionserkennung am Arbeitsplatz - KI-basierte Emotionsanalyse von Mitarbeitenden
Social Scoring: Verboten - kein Punktesystem zur Bewertung des Verhaltens natürlicher Personen.
Massenüberwachung: Verboten - keine flächendeckende biometrische Identifizierung in Echtzeit.
Manipulation: Verboten - keine Ausnutzung von Schwächen bestimmter Personengruppen.
Emotionserkennung: Verboten - keine KI-gestützte Emotionsanalyse am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen.
Datenschutz & KI
Die DSGVO gilt uneingeschränkt für alle KI-Verarbeitungen personenbezogener Daten. Jede Nutzung von KI-Tools muss datenschutzkonform erfolgen.
- Keine personenbezogenen Daten in externe KI-Tools eingeben
- Anonymisierung vor jeder KI-Verarbeitung sicherstellen
- Transparenzpflicht - Betroffene über KI-Nutzung informieren
Grundregel: Was du nicht öffentlich posten würdest, gehört nicht in ein KI-Tool.
Verstoß gegen DSGVO: Bußgelder bis 20 Mio. EUR oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes.
Reputationsrisiko: Datenschutzverletzungen durch KI-Nutzung können erheblichen Imageschaden verursachen.
Haftung: Wer Daten in KI-Tools eingibt, haftet persönlich für die Einhaltung der DSGVO.
Vertraulichkeit - Was darf NICHT in KI-Tools?
Folgende Informationen dürfen unter keinen Umständen in externe KI-Tools eingegeben werden:
- Kundendaten - Namen, Adressen, Vertragsinformationen
- Passwörter & Zugangsdaten - Login-Daten jeglicher Art
- Interne Finanzdaten - Umsätze, Gehälter, Kalkulationen
- Quellcode mit Geschäftsgeheimnissen - Proprietäre Algorithmen und Logik
- Personaldaten - Mitarbeiterdaten, Bewertungen, Gesundheitsdaten
Daten prüfen
Klassifizierung
Entscheidung
Nutzung
Do's & Don'ts im Umgang mit KI
✅ Do
- KI als Werkzeug nutzen, nicht als Ersatz
- Output immer auf Richtigkeit prüfen
- Nur freigegebene Tools verwenden
- Feedback an das Team geben
❌ Don't
- KI-Output blind vertrauen
- Sensible Daten eingeben
- Ohne Prüfung veröffentlichen
- Eigene KI-Tools installieren
Qualitätssicherung von KI-Output
Jeder KI-generierte Output muss vor der Verwendung geprüft werden:
- Faktisch korrekt? - Stimmen die Aussagen mit bekannten Fakten überein?
- Quellencheck - Gibt es verlässliche Quellen, die den Output bestätigen?
- Bias-Prüfung - Enthält der Output Voreingenommenheit oder einseitige Darstellungen?
- Angemessener Ton - Passt Sprache und Stil zum Verwendungszweck?
Halluzinationen: KI-Modelle „erfinden" regelmäßig Fakten, Quellen und Zitate, die nicht existieren. Das klingt überzeugend, ist aber falsch.
Veraltete Daten: Viele KI-Modelle haben einen Wissens-Cutoff und kennen aktuelle Entwicklungen nicht.
Best Practice: Behandle KI-Output wie den Entwurf eines Praktikanten - hilfreich, aber immer gegenlesen.
Verantwortlichkeiten
Wer KI nutzt, verantwortet den Output. Du bist persönlich verantwortlich für alles, was du mit Hilfe von KI erstellst und veröffentlichst.
- Ergebnisse vor Weitergabe immer prüfen
- Bei Problemen oder Unsicherheiten sofort melden
- Meldepflicht bei Datenschutzvorfällen durch KI-Nutzung
- Dokumentation der KI-Nutzung bei kritischen Entscheidungen
Hinweis: „Die KI hat das so generiert" ist keine Ausrede - die Verantwortung liegt immer beim Menschen.
Wissenstest - KI-Richtlinien
Beantworte alle Fragen richtig, um die Schulung abzuschließen.
1. Was darf NICHT in externe KI-Tools eingegeben werden?
2. Was ist der EU AI Act?
3. Was sollte man mit KI-generiertem Output tun?
Schulung abgeschlossen!
Herzlichen Glückwunsch - du hast die Schulung erfolgreich absolviert.
KI-Richtlinien & AI Act - Synatix
Deine 3 Takeaways: KI verantwortungsvoll nutzen · Keine sensiblen Daten eingeben · Output immer prüfen